Politisch Aktiv (Mitglied des Senats)
1. Verdi als Bürger des Risorgimento
Giuseppe Verdi war nicht nur einer der bedeutendsten Komponisten des 19. Jahrhunderts und heute, sondern auch eine prägende Figur des italienischen Risorgimento, jener politischen und kulturellen Bewegung, die schließlich zur Einigung Italiens führte.
Nichtdestotrotz Verdi sich selbst nie als „Politiker“ bezeichnete, nahm er aktiv Einfluss auf gesellschaftliche, kulturelle und politische Entwicklungen.
So war Sein Wirken geprägt durch:
a. einem ausgeprägten Pflichtbewusstsein gegenüber dem Gemeinwohl,
b. einer tiefen Abneigung gegen Korruption und Bürokratie,
c. einem klaren sozialen Verantwortungsgefühl,
d. und einer bemerkenswerten Unabhängigkeit von Parteipolitik, demzufolge er ein Mann war, der Politik durch Taten betrieb – nicht durch Reden.
2. Verdi als Abgeordneter des italienischen Parlaments (1861)
Nach der Einigung Italiens wurde Verdi 1861 zum Abgeordneten des ersten italienischen Parlaments gewählt. Er nahm aber diese Wahl nicht aus persönlichem Ehrgeiz, sondern aus einem Gefühl der historischen Verantwortung an. Und diesbezüglich war seine Haltung immer nüchtern, kritisch und pragmatisch.
In einem Brief an sein Freund Giuseppe Piroli schrieb er: „Ich bin kein Politiker. Aber wenn das Land mich ruft, kann ich nicht schweigen.“ Diese Selbstbeschreibung ist typisch für Verdi: Er verstand Politik als Dienst, nicht als Karriere.
Im Parlament setzte er sich vor allem ein für:
a. Bildung und Kultur als Grundlage eines modernen Staates,
b. soziale Verantwortung gegenüber den Schwächsten,
c. Transparenz und Sparsamkeit im öffentlichen Haushalt,
d. Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung.
So war Verdi ein Abgeordneter, der selten sprach, aber wenn er sprach, wurde er gehört.
3. Verdi als moralische Autorität des jungen italienischen Staates
Verdi war im Italien des 19. Jahrhunderts eine moralische Instanz, deswegen seine Stimme Gewicht hatte ; nicht wegen politischer Ämter, sondern wegen seiner Integrität.
Und in diesem Sinne mischte er sich wenn er es für notwendig hielt ein
a. bei der Organisation des Musiklebens,
b. bei Fragen der öffentlichen Wohlfahrt,
c. bei der Pflege nationaler Erinnerung,
d. bei der Gestaltung öffentlicher Institutionen.
Und dabei war Sein Einfluss oft indirekt, aber trotzdem tiefgreifend. Politiker suchten seinen Rat, Gemeinden baten um seine Unterstützung, und die Öffentlichkeit sah in ihm einen Garanten für moralische Klarheit. (Weiterlesen? Klicke hier)



