Emmanuele Leone Bardare

(Neapel, 1820 – nach 1874)

Publizist; im Jahr 1850 wurde er zum Direktor der Studien und Inspektor der Lehrerschulen des Regio Albergo dei Poveri in Neapel ernannt. Als Mitarbeiter Salvadore Cammaranos übernahm er nach dessen Tod (17. Juli 1852) die endgültige Ausarbeitung des Librettos zu Il trovatore und kümmerte sich dabei insbesondere um die gestaltung von Azucenas Lied „Stride la vampa“ (II, 1), der Szene und Arie des Grafen „Il balen del suo sorriso“ (II, 3) sowie Leonoras Arie „D’amor sull’ali rosee“ (IV, 1).

Im Dezember 1853 verwandelte er – aus Gründen der Zensur – für eine Aufführung am Teatro Nuovo in Neapel das Libretto von Rigoletto in Clara di Perth (vgl.). Im März 1856 wandte sich Verdi an ihn, um Änderungen an La battaglia di Legnano vorzunehmen, damit das Werk ohne Eingriffe der Zensur aufgeführt werden könne; nachdem Verdi jedoch einige wenig überzeugende Vorschläge erhalten hatte, gab er das Projekt wieder auf.

Bardare ist außerdem Autor mehrerer – überwiegend komischer – Libretti für weniger bedeutende Opernkomponisten, die an neapolitanischen Theatern tätig waren: Giuseppe Lillo, Gaetano Braga, Vincenzo Fioravanti, Alfonso Buonomo, Nicola D’Arienzo und andere.