Conte Opprandino Arrivabene

Mantua, 11. September 1807 – Rom, 2. Januar 1887

Aus einer alten und angesehenen mantuanischen Adelsfamilie stammend, studierte Opprandino Arrivabene in Parma an einem nicht bekannters Benediktinerkolleg. Und im Jahr 1830, in Mantua in die liberalen Unruhen verwickelt, floh er nach Mailand, wo er sich dem Journalismus widmete und mit dem „Indicatore lombardo“, „Il Barbiere di Siviglia“, dem „Corriere della Dame“ und dem „Figaro“ zusammenarbeitete.

1839 wurde er Sekretär des Marchese Filippo Ala Ponzoni und begleitete ihn nach Neapel und später nach Genua. 1855 ließ er sich in Turin nieder, wo er im Albergo Trombetta wohnte und mit der Tageszeitung „L’Opinione“ zusammenarbeitete. Für sechs Monate, im Jahr 1856, leitete er schließlich die Tageszeitung „La staffetta“, die später zur „Gazzetta di Torino“ wurde.

Nach einem kurzen Aufenthalt in Florenz während der Zeit, in der die Stadt Hauptstadt Italiens war (1865–1870), ließ er sich nach 1871 in Rom nieder und setzte dort seine Mitarbeit bei „L’Opinione“ fort, die inzwischen ebenfalls nach Rom übergesiedelt war.

Giuseppe Verdi lernte er wahrscheinlich zu Beginn der 1840er Jahre kennen; der erste bekannte Brief stammt aus dem Jahr 1846 und zeigt bereits eine gefestigte Freundschaft. 1861, als Verdi an den Sitzungen der Camera dei Deputati in Turin teilnahm, trafen sich die beiden häufig; später blieb der Kontakt vor allem brieflich.

Wie viele andere versuchte auch Arrivabene, in irgendeiner Weise in Verdis opernweltliches Universum einzudringen, und schlug ihm zweimal Verse und Situationen zur Aufnahme in La forza del destino vor. Doch Verdi verstand es sehr gut, sich gegen solche ungebührlichen Einmischungen zu verteidigen.

In den Briefen zwischen beiden (Verdi Intimo) geht es vor allem um die politische Lage Italiens; man findet gegenseitige Bitten um kleine Besorgungen, Gespräche über Essen, regelmäßige Informationen über das Operngeschehen... auch werden regelmäßig Loulou, Blach und Ron‑ron — die beiden Hunde Verdis und der Hund Arrivabenes genannt.