Giovanni Bottesini

(Crema, 22. Dezember 1821 – Parma, 7. Juli 1889)

Kontrabassist, Komponist und Dirigent. Von 1835 bis 1839 war Bottesini Schüler des Konservatoriums in Mailand und kurz darauf wurde er Erster Kontrabassist im Orchester des Teatro San Benedetto in Venedig und lernte dort 1844 auch Verdi kennen... es war der Anfang eine lebenslange Freundschaft. 

Außer vielleicht der bester Kontrabassist seiner Zeit, komponierte Bottesini mehrere Opern  (darunter Ero e Leandro, 1879, auf ein Libretto von Boito) sowie zahlreiche Instrumentalwerke, überwiegend für sein eigenes Instrument, für das er auch eine Metodo completo veröffentlichte.

Im Jahr 1889 wurde er auf Empfehlung Verdis zum Direktor des Konservatoriums von Parma ernannt.

Als Dirigent war Bottesini in Havanna, in den Vereinigten Staaten (1846–1848), am Théâtre Italien - Paris (1855–1857), in London und in Palermo tätig. 1871 leitete er in Kairo die Uraufführung von Aida — eine Entscheidung, die nicht von Verdi ausgegangen war („non è una buona scelta, e per me particolarmente, pessima!”, an Lampugnani, 4.5.1871).

Nachdem die Wahl bereits getroffen war, schrieb Verdi an Draneht Bey:

„Der Maestro meiner Zufriedenheit, den ich nach Kairo hätte schicken wollen, wäre wirklich Muzio gewesen, und in dessen Abwesenheit Maestro Faccio. Aber ich glaube, dass ich nun weder auf den einen noch auf den anderen zählen kann. Das ist sehr schmerzlich für mich, denn Eure Exzellenz kann sicher sein, dass ohne eine intelligente, sichere und — ich möchte sagen — hingebungsvolle Leitung, kein Erfolg möglich ist, wie auch immer die Musik beschaffen sein mag. Mehr noch: Da es sich um eine unbekannte Oper handelt, ist es unerlässlich (so tüchtig der Dirigent auch sein mag), die Absichten des Autors zu kennen. Glauben Sie mir aufgrund meiner langen Erfahrung und ein wenig meiner Gewohnheiten in solchen Dingen.“ (1.9.1871)

Während der Proben gab es jedoch einen regen Briefwechsel zwischen Komponist und Dirigent. Verdi bat Bottesini um detaillierte Informationen über das Schlussduett, das ihm besonders wichtig war:

„Du wirst beim Lesen der Partitur verstehen, dass ich größte Sorgfalt in dieses Duett gelegt habe; aber da es einem, ich möchte sagen, ‚vaporösen‘ Genre angehört, könnte es sein, dass die Wirkung nicht meinen Wünschen entspricht. Sage mir daher offen die ganze Wahrheit, denn diese Wahrheit könnte mir nützlich sein.“ (10.12.1871)

Nach der Aufführung und nachdem Bottesini die erbetenen Informationen übermittelt hatte, schrieb Verdi erneut:

„Zunächst danke ich dir für den großen Eifer, den du bei der Aufführung von Aida gezeigt hast, und ich freue mich mit dir über dein Talent in der Interpretation des Werkes. Dann sage ich dir, dass ich dir für die Bemerkungen in deinen letzten Briefen äußerst verpflichtet bin, aus denen ich Nutzen ziehen werde.“ (13.1.1872)

Später wandte sich Verdi an Bottesini, um einige Präzisierungen zum Kontrabass‑Solo zu erhalten, das den Eintritt Otellos im vierten Akt begleitet.

1883, als das Gerücht aufkam, Bottesini habe ihn kritisiert, schrieb Verdi:

„Du weißt, und alle wissen, wie sehr ich dein Talent schätze — als Komponist und als Virtuose.“ (4.3.1883)

Bemerkenswert ist, dass Verdi hier Bottesinis Talent als Dirigent nicht erwähnte.

1888 wurde Bottesini wie bereits erwähnt wurde auf Verdis Empfehlung zum Direktor des Konservatoriums von Parma ernannt, starb jedoch bereits im folgenden Jahr.