Nestor Roqueplan
geboren 1805 in Montréal (Aude) und gestorben 1870 in Paris, war ein französischer Impresario und Journalist. Er schrieb für Le Figaro zahlreiche Beiträge zur Theaterkritik. 1841 übernahm er die Leitung des Théâtre des Variétés, ab 1847 die Direktion der Pariser Opéra – zunächst gemeinsam mit Duponchel, ab 1849 allein.

Im Jahr 1847 beauftragte Roqueplan Giuseppe Verdi mit der Umarbeitung von I Lombardi alla prima Crociata, die in Paris unter dem Titel Jérusalem (26. November 1847) zur Aufführung gelangte. Im Sommer 1850 veranlasste er die Librettisten Royer und Vaëz, mit Verdi wegen einer neuen Oper in Kontakt zu treten. Im Februar 1852 nahm Roqueplan erneut Verbindung zu Verdi auf – diesmal sowohl wegen einer französischen Fassung von Macbeth als auch wegen eines neuen Werkes. Nach einigen Monaten wurden die Verhandlungen zunächst unterbrochen, später jedoch wieder aufgenommen und führten schließlich zum Vertrag über Les Vêpres siciliennes (13. Juni 1855).
Im Oktober 1854 kam es während laufender Aufführungen von Meyerbeers Les Huguenots zu einem Eklat: Die Sopranistin Sophie Cruvelli verließ Paris ohne Vorankündigung. Roqueplan sah sich daraufhin gezwungen, von seinem Amt zurückzutreten.
Von 1857 bis 1860 leitete er die Opéra‑Comique und widmete sich anschließend erneut der journalistischen Arbeit. Zu seinen Veröffentlichungen zählen mehrere humoristische Bücher, darunter Les Coulisses de l’Opéra (Paris 1855).



