Vincenzo Flauto
(? – 1856) Drucker, Kaufmann und Verwalter des Teatro San Carlo in Neapel zwischen 1836 und 1850.
Seit März 1844, im Zusammenhang mit Alzira, stand Verdi über den Impresario Eduardo Guillaume – der die Saison am Teatro San Carlo organisierte – in brieflichem Kontakt mit Vincenzo Flaùto, der Teilhaber des Unternehmens war. So ist noch immer nicht vollkommen klar wie viele Briefe beiden gegenseitig ausgetauscht haben; mehreren gelten noch als verschollen.
Im April 1845 erkrankte Verdi und wollte seine Abreise nach Neapel verschieben, wozu er ein ärztliches Attest sandte. Flaùto antwortete mit einem Ton, den Verdi als spöttisch empfand, indem er die Krankheit als unbedeutend bezeichnete und ihm „Tintura d’assenzio“ sowie eine rasche Reise nach Neapel empfahl, da „die Luft hier und die Erregbarkeit unseres Vesuvs“ seine Kräfte wieder beleben würden.
Verdi fühlte sich verhöhnt; Muzio berichtet, die Antwort habe ihn „in Wut versetzt“. Verdi schrieb an Cammarano, der Ton der Nachricht sei ihm „überhaupt nicht angenehm“, und an Flaùto selbst, dass sein Leiden keineswegs leicht sei und weder Wermut noch der Vesuv das Richtige für seine Genesung seien, sondern Ruhe und Erholung.
In den folgenden Jahren gestalteten sich die Beziehungen wieder relativ freundlich. Für eine zweite Oper, die 1847 vorgesehen war, gewährte Flaùto eine einjährige Verschiebung und betonte dabei seine Bereitschaft, Verdi entgegenzukommen. Dennoch kam es zu verschiedenen Komplikationen und zu mehreren Versuchen Verdis, sich dem Engagement zu entziehen. Die Verhandlungen waren schwierig und belasteten auch Cammarano, der Verdi vorsorglich darauf hinwies, dass künftig nur jene Briefe wirklich von ihm seien, die mit „Amico sempre a me caro“ überschrieben wären – um Missverständnisse wie früher zu vermeiden. Schließlich führte der Weg zu Luisa Miller, die am 8. Dezember 1849 zur Aufführung gelangte.



