Suona la tromba (Inno popolare)
Volks / Militärhymne für Männerchor (Tenor I / II Bariton und Bass) in As‑Dur - Text: Goffredo Mameli - Komponiert: Sommer 1848 (Aufführungsdauer: ca. 6 Minuten)

Entstehungsgeschichte
Giuseppe Mazzini, der Verdi im Frühsommer 1847 in London kennengelernt hatte, fragte ihn im Mai 1848, ob er eventuell bereit sei, die/eine neue italienische Nationalhymne zu komponieren. Nachdem Verdi diesbezüglich zugestimmt hatte -eine überigens erstaunliche Zusage, da Verdi bis dann keine Gelegenheidsstücke komponiert hatte- wandte sich Mazzini am 6. Juni an Goffredo Mameli mit: „Nutze den ersten Moment der Inspiration, der nicht die Erinnerung an deine Grazien ist, sondern eine kriegerische, volkstümliche Inspiration; und schick mir eine Hymne, die zur italienischen Marseillaise wird, und von der das Volk um Verdis Worte zu verwenden, den Autor und den Dichter vergisst.“
Darauf schrieb Mameli die Militärhymne, die Mazzini dann im Juli Verdi zukommen ließ. Drei Monaten danach war die Hymne komponiert und schrieb Verdi am 18. Oktober 1848 an Mazzini... „Ich schicke Ihnen die Hymne; und obwohl sie etwas spät kommt, hoffe ich, dass sie rechtzeitig bei Ihnen ankommt. Ich habe versucht, sie so populär und leicht wie möglich zu gestalten. Verwenden Sie sie, wie Sie es für richtig halten; verbrennen Sie sie sogar, wenn Sie sie für unwürdig halten. […] Möge aber diese Hymne, begleitet vom Donnern der Kanonen, bald in den Ebenen der Lombardei gesungen werden.“
Doch die Kämpfe waren zu diesem Zeitpunkt bereits beendet... die Hoffnungen des Sommers 1848 erloschen; höchstwahrscheinlich deswegen die Hymne nie öffentlich aufgeführt wuirde. Auch der Text Mamelis fand nur geringe Verbreitung so die Forschung diesbezüglich bestätigt, dass 1848 nur wenige Exemplare davon in Florenz zirkulierten und dass darüber hinaus wahrscheinlich auch die politischen Umstände eine Veröffentlichung verhindert haben.
Autograph und Erstausgabe
1865 hatte Paolo De Giorgi in Mailand (Via della Sala 11) ein Verlagshaus mit der Reihe Euterpe patria, die patriotisch inspirierte Chor und Klaviermusik, Blasorchesterwerke sowie Gesang und Klavier umfasste, eröffnet. Und Mazzini, der Eigentümer der Musik Verdis („machen Sie damit, was Sie wollen“, hatte Verdi ihm geschrieben), hatte darauf De Giorgi das Erlaubnis erteilt Verdis Komposition als erstes Werk der Reihe zu drucken. Trotdem aber ist der Autograph bis auf heute nicht auffindbar.
Mazzini erwähnt in einem Brief an den Verleger Paolo De Giorgi (22. Juni 1865) weiter über eine frühere Florentiner Ausgabe... über die aber keine weiteren Informationen vorliegen...
Publikationsgeschichte ab 1865
Während dieses Jahr versuchte Verdi sich bezüglich eine 2. Ausgabe zu wehren und bat Piave der in Mailand arbeitete und Lebte mit dem Verleger darüber zu verhandeln – jedoch ohne Erfolg; De Giorgi veröffentlichte die Hymne erneut und fügte sogar eine Klavierbegleitung von anderen Hand (Angelo Graffigna) einschließlich eine Einleitung und ein Nachspiel hinzu.
Die Forschung bestätigt, dass die 1865er Ausgabe die erste reguläre Veröffentlichung war und dass die späteren Ausgaben (u. a. Ricordi 1868/1898) die Hymne im Kontext patriotischer Sammlungen erneut verbreiteten.
Kritische Ausgabe
Roberta Montemorra Marvin, The University of Chicago und Casa Ricordi, Chicago/Mailand 2007 (Reihe IV). Die Ausgabe Marvin (2007) ist also die einzige wissenschaftlich-kritische Edition. Es existieren keine neueren Editionen.



