Cupo è il sepolcro mutolo (Eine Wegweisende Komposition)
Es handelt sich diesbezüglich um ein Lied für Tenor oder Bass und Klavier, und komponiert 1843, auf einen italienischen Text von Cesare Cantù, der wiederum eine Übersetzung eines Gedichts von Johann Gaudenz von Salis‑Seewis ist.
Das Gedicht wurde bereits von Franz Schubert vertont worden.
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Das Werk ist vollständig überliefert, mehrfach ediert, aber musikhistorisch kaum erforscht. Was aber bis auf heute bekannt ist...
1. Entstehung und Textquelle
Verdi fand Cantùs italienische Übersetzung des Gedichts Das Grab in der Zeitschrift Ricoglitore Italiano e Straniero, Ausgabe 1837. Die Stimmung des Textes ist tief romantisch: das Grab als „dunkle, stumme Region“, die zugleich Schrecken und Frieden birgt.
2. Jahr der Komposition
Das Lied entstand 1843, also zwischen I Lombardi (1843) und Giovanna d’Arco (1845). Es gehört zu jener Phase, in der Verdi parallel zu seinen Opern kleine Lieder komponierte — ein Bereich, der lange unterschätzt wurde.
3. Musikalische Charakteristik
Das Lied beginnt mit einer statischen, fast erstarrten Klangwelt, die die Grabesruhe spiegelt. Die Form ist durchkomponiert, mit deutlichen rezitativischen Abschnitten und einem cantabile‑Teil, der die metaphysische Ruhe des Todes hervorhebt. Die Klavierbegleitung ist schlicht, aber atmosphärisch dicht — typisch für Verdis frühe musikalische Sprache.
4. Überlieferung und Editionen
Das Werk ist vollständig erhalten und in mehreren modernen Editionen zugänglich (u. a. Paolo V. Montanari, CPDL). Es existieren Versionen für Tenor und Bass. Auch ist die Quellenlage stabil; es gibt keine verschollenen Skizzen oder alternative Fassungen.
5. Forschungslage
Trotz seiner Qualität wurde das Stück nie systematisch untersucht. In der Verdi‑Forschung gilt es als Randwerk, weil es nicht in den großen Opernkanon gehört.
6. Warum das Werk sehr interessant und auch spannend ist...
Es zeigt Verdi unabhängig vom Theater, rein lyrisch, intim, fast meditativ. Es ist eines der wenigen Beispiele, in denen Verdi einen deutschsprachigen Dichter (über eine italienische Übersetzung) vertont. Die Thematik — Tod, Stille, metaphysische Ruhe — steht im starken Kontrast zu den dramatischen Opern jener Zeit. Es ist ein Bindeglied zwischen Schubert und Verdi: derselbe Text, völlig andere musikalische Welt.
Es handelt sich Albumblatt in As-Dur (Tonumfang: C2 – A3). für eine Singstimme und Klavier für Graf Ludovico Belgiojoso; datiert: Mailand, 7. Juli 1843. Autograph: Mailand, Theaterbibliothek „Livia Simoni ins Museo Teatro alla Scala – Ausgabe: Mailand: Museo Teatro alla Scala/Parma: Istituto Nazionale di Studi Verdiani 2000.
Besetzung: Tenor / Bariton und Klavier
Erste posthume Ausgabe: Faksimile und Transkription von Antonio Rostagno, in Gli autografi del Museo Teatrale della Scala, Museo Teatrale alla Scala e Istituto di Studi Verdiani, Mailand-Parma 2000.
(Aufführungsdauer: ca. 3 Minuten)
Wer war Graf Lodovico Barbiano di Belgioioso (1814 - 1880
Graf Lodovico Barbiano di Belgioioso war der Jüngerer Bruder von ebenfalls Graf Pompeo di Belgioioso (1800 - 1875), einem Amateur-Bassisten, den Rossini in Bologna für die Aufführung seines Stabat Mater am 18. März 1842 verpflichtet hatte. Wie alle in seiner Familie hatte er ein breites musikalisches Interesse, weshalb er Seit ihrer Gründung 1844 Mitglied der Gesellschaft der Künstler in Mailand war.
Zur Zeit der "Fünf Tage" wurde er zusammen mit Ercole Viscontini zum Mitglied des Comitato Dirigente i Teatri Nazionali ernannt; unmittelbar nach der zweiten Befreiung Mailands von den Österreichern (9. Juni 1859) wurde er Mitglied der Direktion des Teatro alla Scala; 1865 war er Kommissar am Konservatorium im Wettbewerb um den Lehrstuhl für poetische und dramatische Literatur, wofür dann Emilio Praga nominiert wurde.
Weiter war er wahrscheinlich ein guter Amateur-Tenor, deswegen es bezeichnend dass die Romanze die Verdi ihm 1843 widmete, die Gesangslinie in einer Tenor-Tonart geschrieben wurde.



