Giuseppe Piroli
Advokat und Politiker aus Busseto. 1848 erhielt er den Lehrstuhl für Strafrecht an der Universität Parma, gehörte nach der Flucht Karls II. der provisorischen Regierung an und wirkte anschließend aktiv für die Annexion des Herzogtums an das Königreich Piemont. 1860 wurde er als Abgeordneter der liberalen Partei gewählt und behielt dieses Mandat über sechs Legislaturen hinweg; 1884 wurde er zum Senator ernannt.
Verdi kannte ihn seit jungen Jahren und unterhielt mit ihm einen regen Briefwechsel, der sich teils auf familiäre Angelegenheiten bezog, vor allem aber auf juristische, administrative und wirtschaftliche Fragen und Ratschläge.
Im Nachruf, den der Präsident Domenico Farini am 11. Dezember 1890 im Senat verlas, heißt es, Piroli sei „liebenswürdig ohne Gefälligkeit, entgegenkommend ohne Schwäche, streng ohne Härte gewesen.
In seinem langen Leben änderte er niemals eine Meinung oder eine Aspiration; und dennoch verneigten sich alle mit Deferenz vor ihm: Missgunst und parteiliche Ressentiments wagten es nie, sich gegen ihn zu erheben.“



