Margherita Verdi - Barezzi

Zu dieser Zeit war Verdi Musikmeister der Gemeinde Busseto. Nach einer kurzen Hochzeitsreise nach Mailand bezog das Ehepaar eine Wohnung im Palazzo Tedaldi, der an der Ecke zwischen der Via della Biblioteca und der Via dell’Ospedale lag. Dort wurde am 26. März 1837 die Tochter Virginia geboren, und am 11. Juli 1838 der Sohn Icilio Romano. Wenige Tage später, am 12. August, starb Virginia, und am 6. Februar des folgenden Jahres, nachdem Verdi sein Amt als Musikmeister niedergelegt hatte, zog er mit seiner Frau und dem Sohn nach Mailand. Dort bezogen sie eine bescheidene Wohnung in der Contrada di San Simone, wo am 22. Oktober 1839 auch der Sohn Icilio Romano starb.

Am 18. Juni 1840 starb Margherita an einer Enzephalitis. Es ist kein einziger Brief von Margherita an Verdi oder von Verdi an Margherita erhalten; von ihr existierte lediglich ein Ölporträt (Mailand, Museo del Teatro alla Scala), gemalt von A. Mussini, das — jenseits der festlichen, reichen Frisur — das Gesicht einer willensstarken, soliden und nüchternen Frau zeigte. Den gleichen Eindruck vermittelte ein Brief des Vizebürgermeisters von Busseto, Ferdinando Galluzzi, an ihren Vater Antonio Barezzi, der die heftigen Streitigkeiten in Busseto über die Ernennung des Musikmeisters und Verdis konkretes Interesse an dieser Stelle schilderte: Galluzzi berichtete, er habe sich „besser vergewissern wollen“ und dazu „jene befragt, die bereits dem genannten Kandidaten versprochen war“, von der er offen erfahren habe: „Dass Verdi niemals und unter keinen Umständen sich in Busseto niedergelassen hätte, zunächst weil er dadurch seine Studienlaufbahn unterbrochen hätte, sodann weil er sich der Theatermusik zugewandt habe und in dieser Erfolg haben würde, nicht aber in der Kirchenmusik; und schließlich, dass jede zu seinen Gunsten eingegangene Verpflichtung nutzlos gewesen wäre und vielmehr jeden Fürsprecher kompromittiert hätte.“ („präzise Worte Ihrer Tochter“).

Frank Walker bemerkte zu Recht, dass man in diesen Worten „fast die wirkliche Stimme jener Schattenfigur zu hören glaubt, des Mädchens, das Verdis erste Ehefrau wurde“.

Margherita wurde auf dem Friedhof Porta Vercellina beigesetzt, der 1895 aufgehoben wurde. An dieser Stelle steht noch die kleine Kirche San Francesco d’Assisi al Fopponino, an der 1990 eine Gedenktafel angebracht wurde.

*  *  *  *  *  *  *  *  *  *