Salvadore Cammarano

(Neapel, 19. März 1801 – ebenda, 17. Juli 1852)  

Librettist. Sein Großvater Vincenzo Cammarano war Schauspieler und unter dem Beinamen „Giancola“ dreißig Jahre lang ein gefeierter Pulcinella am Teatro San Carlino in Neapel.

Zwei Tanten, Domenica und Caterina Cammarano, waren Schauspielerin und Sängerin sein Onkel Michele Tenor und ein anderer Onkel Antonio Landschaftsmaler. Ein weiterer Onkel, Filippo, war ebenfalls Schauspieler und darüber hinaus Komödiendichter, Librettist und Komponist und Salvadore Cammaranos Vater Giuseppe (1766–1850) war einer der bedeutendsten Vertreter der neapolitanischen neoklassizistischen Malerei, und unter seinen vielen Werken erinnert man sich an die Dekoration des Gewölbes des Teatro San Carlo, ausgeführt 1816 zum Thema „Apollo, der Minerva die größten Dichter von Homer bis Alfieri vorstellt“.

Unter Salvadore Cammaranos Brüdern befanden sich die Miniaturmaler Vincenzo und Giovanni sowie der Komponist Luigi Cammarano, Autor von Opern, von denen einige auf Libretti seines Bruders basieren.

Salvadore wurde vom Vater zum Studium der Malerei angeleitet und war Schüler der 1816 am Teatro San Carlo von dem Architekten Antonio Niccolini eingerichteten Schule für Szenografie. In dieser Zeit war er ebenfalls Schüler des Dichters und Improvisators Gabriele Rossetti und des Abtes Quattromani; trotz vielversprechender Anfänge rückte die Tätigkeit als Maler in den Hintergrund dadurch angeregt durch die Freundschaft mit dem neapolitanischen Anwalt Domenico Cascini, der 1820 eine „Accademia Poetica Delfica“ gegründet hatte, die sich vor allem für die dramatische Kunst interessierte und wodurch sein Interesse für Poesie und Theater immer lebhafter wurde,

In dieser Zeit schrieb Cammarano die Vers-Tragödie Carlo Magno und ließ am Teatro dei Fiorentini die Tragödie Baldovino sowie einige Komödien aufführen, darunter Un ritratto e due pittori, Si è spento il lume und Una festa da ballo; andere Komödien wurden nicht aufgeführt oder blieben unvollendet.

Um 1825 began Cammarano am Teatro San Carlo als Szenograf zu arbeiten, und 1831 wurde er dort Bühnenleiter; 1832, nach dem Tod von Domenico Gilardoni, dem Theaterdichter des San Carlo, glaubt er, dessen Nachfolge antreten zu können, und schreibt sein erstes Libretto, Belisario, das jedoch dem Impresario Barbaja nicht gefiel und daher nicht vertont wurde.

Die Feindseligkeit des großen Impresarios erschwerte Cammaranos Tätigkeit, und muss deswegen bis 1834 warten, um ein eigenes Libretto vertont zu sehen: La sposa, von einem zweitklassigen Musiker wie Egisto Vignozzi, aufgeführt am Teatro del Fondo. Inzwischen arbeitete er mit Felice Romani an der Ausarbeitung eines Librettos für Saverio Mercadante, Francesca Donato; die Oper wird am 10. Februar 1835 am Teatro Regio in Turin aufgeführt. Wenige Tage später, am 23. Februar, wird sein Sohn Michele geboren, der später ein bedeutender Maler von Szenen des Volkslebens mit kraftvoller dramatischer Prägung wurde Im selben Jahr 1835 verlässt Barbaja die Leitung des San Carlo – ihm folgt die „Società di industria e belle arti“ – und Cammarano erringt seinen ersten Erfolg, begünstigt durch die Malibran, mit Ines de Castro, einem Libretto, das in Zusammenarbeit mit Giovanni Emmanuele Bidera entstanden ist und mit Musik von Giuseppe Persiani, triumphal aufgenommen am San Carlo am 28. Januar 1835. Am Ende desselben Jahres, am 26. September, wird der Erfolg durch Donizettis Lucia di Lammermoor eindrucksvoll bestätigt. (Weiterlesen? Klicke hier)