Arrigo Boito
Padua, 24. Februar 1842 – Mailand, 18. Juni 1918)
Der Schriftsteller, Komponist und Librettist war der Sohn des Malers und Miniaturisten Silvestro Boito (1802–1856) und die polnische Gräfin Giuseppina Radolińska. Nach der Trennung seiner Eltern im Jahr 1844 verbrachte Arrigo (dessen eigentlicher Name Enrico war) gemeinsam mit seinem älteren Bruder Camillo – später Schriftsteller und Architekt –seine ersten Lebensjahre in Venedig. Dort besuchte er auch die Technischen Schulen und studierte Musik bei Luigi Plet und Giovanni Buzzolla, dem Bruder des Opernkomponisten Antonio Buzzolla.
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Im Herbst 1853 ließ sich Boito mit seiner Mutter und Bruder in Mailand nieder, schrieb sich dort am Konservatorium ein und erhielt obwohl erst 11 Jahre Alt ein Stipendium um unter der Leitung von Alberto Mazzucato Kurse in Klavier, Violine und Komposition absolvieren zu können. Und für die dann 7 Jahren später (1860) stattfindete Abschlussprüfung verfasste er den Text der Kantate Il quattro giugno, die von Franco Faccio (erster Teil: I martiri) und von Boito selbst (zweiter Teil: La profezia) vertont wurde. Im folgenden Jahr traten Boito und Faccio erneut gemeinsam auf, diesmal mit dem „Mysterium“ Le sorelle d’Italia, mit Texten von Boito und Musik von Faccio (Prolog und erster Teil) sowie von Boito (zweiter Teil).
1861 -erst 19 Jahren alt. zogen Boito und Faccio nach Paris, wo sie Rossini, Berlioz, Gounod Auber und Verdi kennenlernten und wo Boito für Verdi den Text des Inno delle Nazioni (24. Mai 1862) verfasste. Und Verdi dankte ihm dafür mit einer Goldene Uhr, begleitet von den Worten:
„Während ich Ihnen für die schöne Arbeit danke, die Sie für mich geleistet haben, erlaube ich mir, Ihnen als Zeichen meiner Wertschätzung diese bescheidene Uhr zu schenken. Nehmen Sie sie von Herzen an, so wie ich sie Ihnen von Herzen schenke. Möge sie Sie an meinen Namen und an den Wert der Zeit erinnern“ (29. März 1862).
Nach seiner Rückkehr nach Mailand -zuvor hatten Boito und Faccio auch noch Polen und Deutschland besucht- wurde Boito in die Kreise der Scapigliatura aufgenommen und schrieb Musik- und Theaterkritiken für die La Perseveranza, Il Figaro –dessen Chefredakteur er 1864 gemeinsam mit Emilio Praga war –, Giornale della Società del Quartetto, Il Politecnico, Gazzetta musicale di Milano und andere Zeitschriften. 1863 wurde dann in Turin das gemeinsam mit Praga verfasste Theaterstück Le madri galanti aufgeführt. 1865 folgte in Genua die Aufführung von Faccios Oper Amleto, deren Libretto Boito bereits Jahre zuvor geschrieben hatte. Und im selben Jahr verfasste er das Versmärchen Re Orso, 1866 veröffentlichte er die Novelle L’Alfiere nero, auf die 1868 die Novelle Iberia folgte. Ebenfalls 1868 scheiterte seine Oper Mefistofele, für die er sowohl Libretto als auch Musik geschrieben hatte, bei der Uraufführung an der Mailänder Scala.
In den folgenden Jahren widmete sich Boito vor allem der rhythmischen Übersetzung ausländischer Libretti, meist unter dem Pseudonym „Tobia Gorrio“, darunter Wagners Rienzi und Tristan und Isolde. Gleichzeitig verfasste er zwei Libretti für andere Komponisten: Iràm (ca. 1873) für Cesare Dominiceti, das nicht vertont wurde, und Un tramonto (1873), bestimmt als Abschlussarbeit für Gaetano Coronaro am Mailänder Konservatorium. Die Novelle Trapezio, veröffentlicht in der Rivista minima (1873–1874), blieb aber unvollendet, vermutlich entstand aber in dieser Zeit auch das Libretto Ero e Leandro, das Boito zunächst selbst vertonen wollte; das Projekt wurde jedoch aufgegeben, wonach später das Textbuch mit Änderungen Luigi Mancinelli (1896) Giovanni Bottesini überlassen wurde. (Weiterlesen? Klicke hier)



