Handlung

Akt I – Le duel (Der Zweikampf)

In der Residenz des Comte de Luna erzählt der Hauptmann Ferrando die düstere Geschichte der Familie Luna: Eine Zigeunerin wurde einst verbrannt, weil sie den jüngeren Bruder des Grafen verhext haben soll. Ihre Tochter schwor Rache und entführte das Kind. Seitdem ist sie verschwunden.

Léonore gesteht ihrer Vertrauten, dass sie einen unbekannten Troubadour liebt, der sie nachts besingt. Als Manrique erscheint, kommt es zu einer dramatischen Begegnung: Léonore erkennt ihn als den Ritter, den sie einst im Turnier bewunderte. Der Comte de Luna tritt hinzu, erkennt in Manrique seinen politischen Gegner und Rivalen um Léonores Liebe. Die beiden Männer fordern sich zum Duell heraus.

Akt II – Les Bohémiens (Die Zigeuner)

In einem Lager der Bohémiens pflegt Azucena ihren Sohn Manrique, der im Kampf verwundet wurde. Sie erzählt von der Hinrichtung ihrer Mutter und der Rache, die sie übte: Sie entführte den Sohn des Grafen, doch im Wahnsinn warf sie versehentlich ihr eigenes Kind ins Feuer. Manrique begreift, dass seine Herkunft unklar ist.

Als er erfährt, dass Léonore ins Kloster gehen will, weil sie ihn für tot hält, eilt er fort, um sie zu retten. Der Comte de Luna versucht, Léonore vor der Zeremonie zu entführen, doch Manrique erscheint überraschend und befreit sie.

Akt III – Le Divertissement (Ballett) & La prise du château

Die französische Fassung enthält hier ein umfangreiches Ballett-Divertissement, wie es die Pariser Oper verlangte. Es steht am Ende der ersten Szene und zeigt eine folkloristisch‑orientalisierende Tanzfolge (Gitanilla, Pas de deux, La Bohémienne).

Manrique und Léonore haben sich in ein befestigtes Schloss zurückgezogen. Der Comte de Luna belagert die Festung. Azucena wird gefangen genommen und als Zigeunerin identifiziert. Der Comte erkennt in ihr die Tochter der Frau, die seine Familie ins Unglück stürzte.

Akt IV – Le supplice (Die Hinrichtung)

Manrique wird gefangen genommen. Léonore bietet dem Comte ihr Leben an, wenn er Manrique verschont. Der Comte akzeptiert – doch Léonore nimmt heimlich Gift, um nicht in seine Gewalt zu geraten.  Manrique erfährt von Léonores Tod und ist verzweifelt. Der Comte befiehlt seine Hinrichtung.

Erweiterter französischer Schluss (anders als in Il trovatore)

Die Pariser Version vermeidet Verdis „brutale“ italienische Finali und fügt eine längere Szene ein:

Ein innerer Chor von Nonnen singt das Miserere.

Azucena erwacht und sucht ihren Sohn.

Manriques Stimme erklingt aus der Ferne: Er segnet seine Mutter und ruft Léonore, mit der er sich im Himmel vereinen will.

Azucena erkennt, dass der Comte Manrique töten lässt.

Der Comte verkündet kaltblütig: „Er wird sterben… das Beil ist bereit… meine Rache ist erfüllt.“

Der Bühnenhintergrund öffnet sich: Das Schafott wird sichtbar, umgeben von Büßern, der Henker lehnt an der Axt, der Körper des Opfers liegt unter einem roten Tuch.

Azucena ruft: „Er ist tot!“ und fügt mit „wilder Ironie“ hinzu: „Nun gut! Es war dein Bruder!“

Der Comte bricht zusammen – die letzten Worte entsprechen dem italienischen Original.