Entstehungsgeschichte
Lyrisches Drama in vier Teilen, Libretto von Temistocle Solera, nach dem Drama Nabuchodonosor (Paris, Théâtre de l’Ambigu‑Comique, 17. Oktober 1836) von Auguste Anicet‑Bourgeois und Francis Cornu.
Uraufführung:
Mailand, Teatro alla Scala, Mittwoch, 9. März 1842, zusammen mit der mimischen Aktion Issipile, ovvero La vendetta delle donne di Lenno (Choreografie: Giovanni Galzerani). Insgesamt acht Aufführungen: 9, 10, 12, 13, 14, 16, 18, 19 März. Die letzte Aufführung wurde mit dem letzten Akt von Pacinis Saffo kombiniert.
Personen und Besetzung der Uraufführung
Nabucodonosor, König von Babylon – erster Bass (Bariton) (Giorgio Ronconi)
Ismaele, Neffe des judäischen Königs Sedecia – erster Tenor (Corrado Miraglia)
Zaccaria, Hohepriester der Hebräer – erster Bass (Prosper Dérivis)
Abigaille, Sklavin, für die Erstgeborene des Königs gehalten – erste Frau [Sopran] (Giuseppina Strepponi)
Fenena, Tochter Nabucodonosors – zweite Frau [Mezzosopran] (Giovannina Bellinzaghi)
Der Hohepriester des Baal – Bass (Gaetano Rossi)
Abdallo, alter Offizier des Königs – zweiter Tenor (Napoleone Marconi)
Anna, Schwester Zaccarias – zweite Frau [Sopran] (Teresa Ruggeri)
Chor: Babylonische Soldaten, Hebräische Soldaten, Leviten, Hebräische Jungfrauen, Babylonische Frauen, Magier, Würdenträger Babylons, Volk usw. Schauplatz: Teil I in Jerusalem, die übrigen Teile in Babylon. Zeit: um 586 v. Chr.
Künstlerische Mitwirkende der Uraufführung
Bühnenbilder: Baldassare Cavallotti, später modifiziert von Filippo Peroni
Kostüme: Pietro Rovaglia & Comp.
Chorleitung: Antonio Cattaneo (Instruktor), Giulio Granatelli (Direktor)
Maestro al cembalo: Giuseppe Verdi und Giacomo Panizza
Erster Violinist und Orchesterleiter: Eugenio Cavallini
Ungeachtet des Fiaskos Un giomo di regno (1840) und Verdis Entschluss, nie wieder eine Oper schreiben zu wollen, gelang es Bartolomeo Merelli, dem Impresario der Scala, Verdi zur Vertonung von Soleras Libretto zu überreden, das er zuvor Otto Nicolai angetragen hatte, der es jedoch ablehnte. Es gibt kaum direkte Zeugnisse zur Entstehung von Nabucodonosor, wenn auch Verdi sich in späterer Zeit unter anderm daran erinnert hat, es seien die Worte des berühmten Chors „Va pensiero“ gewesen, die ihn zuerst inspiriert und zur Komposition gereizt hätten. Aber unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt werfen solche Anekdoten ein Licht auf die Bedeutung der Oper für Verdis Karriere. Auch weil er in seinem Rückblick betont hat, Solera sei ein erfahrener Mann des Theaters gewesen, der kaum eines Rats bedurfte, um ein dem Stil der Zeit entsprechendes Libretto zu verfassen; allerdings hatte Verdi in einem entscheidenden Punkt interveniert, indem er Solera dazu bewegte, ein Liebesduett Fenena/Ismaele durch eine Preghiera für Zaccaria zu ersetzen.
Autor (Bearbeitung Dr. Birgit Schmidt)
Weiterlesen? KIlicke hier



