Casa Editrice Ricordi / Archivio Storico Ricordi (Mailand)

Weltumfassend bekannt ist das im 19. Jahrhundert -eigentlich ab 1830- und ebenfalls noch  bis 1970 der Mailänder Musikverlag Ricordi galt als einer der wichtigsten und einflusreichster Musikverlagen der Welt. Die erfolgsgeschichte der Verlag began etwa 1825, nachdem der Geiger Giovanni Ricordi das gesamte  Musikarchiv der Mailänder Scala erworben hatte.  Wichtig wurde dieser Besitz aber erst durch das abschlieen copyright verträge mit Operncomponisten wie Vincenzo Belllini, Gaetano Donizetti, Serverio Mercadante und Giovanni Pacini und später -ab 1840- auch mit Giuseppe Verdi.

Eine  folgenschwere Entscheidung für die Zukunft des Verlages, denn dadurch wurde die Casa Ricordi innerhalb kürzester Zeit nicht "nur" marktführend, sondern sogar nach der Übernahme einige wichtige Konkurrenten auch marktbeherrschend.

Im 18. Jahrhundert war das ganz anders... es gab kaum bedarf für die Vervielfältigung von Musiknoten, da nur neue originale Kompositionen gefragt waren. Es wurde kaum Musik wiederaufgeführt.

Das änderte sich dann im 19. Jahrhundert rapide, weil immer mehr Laien die großen Opernarien von oben gernannte Komponisten und vor allem von Giuseppe Verdi  zuhause am Klavier nachspielen wollten Und nachdem dann Giuseppe Verdi 1842 mit seine 3. Oper Nabucodonosor (Nabucco) einen geschichtlich betrachtet kaum zu überbieten erfolg  verbucht hatte -und das sollte so weiter gehen bis an seinem Tod 1901-  stiegen dann die umsätze so rasant, das der Verlag  ab dieser Zeitpunktnicht nur imstande war  das komplette Italienische Musikwesen im großen Stil zu unterstützern, sondern auch eine eigen Musikzeitung zu gründen.... die  "Gazzetta Musicale di Milano" 

Als Giovanni Ricordi 1853 starb, übernahm sein Sohn Tito Ricordi die Verlagsleitung. Ab 1864 expandierte der Musikverlag zunächst nach Neapel, 1865 nach Florenz, 1871 nach Rom, 1878 nach London, und 1888 nach Palermo und Paris. So gehörten ihm nun auch wichtige Vertreter der französischen Grand Opera, wie Massenet an. Nach dem Tode Tito Ricordis 1888 übernahm dessen Sohn Giulio Ricordi die Verlagsleitung. 1901 eröffnete Ricordi eine Dependance in München, die 2013 nach Berlin umgesiedelt ist.

1883 bis 1915 gab Ricordi die Biblioteca di rarità musicali heraus.

1956 wurde die in Generationen als Familienbetrieb geführte Firma in eine öffentliche Gesellschaft gewandelt. Von 1994 bis 2006 gehörten die Ricordi Musikverlage zur Bertelsmann AG, seit 2007 sind sie Teil der zu Vivendi gehörenden Verlagsgruppe Universal Music Publishing. Das Verlagsarchiv verblieb bei Bertelsmann. Es reicht mehr als 200 Jahre zurück und ist mit seinen mehr als 5000 Partituren (darunter Originalhandschriften von Verdi und Puccini) und 15.000 Briefen eines der bedeutendsten Musikarchive der Welt. 

Zum Repertoire des Musikverlags Ricordi gehören heute unter anderem kritische Editionen von Vincenzo Bellini, Gaetano Donizetti, Gioachino Rossini, Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini. Zudem vertritt Ricordi Komponisten wie Luigi Nono, Edgar Varèse, Gérard Grisey, Olga Neuwirth, Heiner Goebbels, Enno Poppe und Luca Francesconi.